Aktien-Schnäppchen gegen Deal – So bedrängt Amazon kleine Unternehmen

Amazon bedrängt Unternehmen bei Geschäften mit Forderungen. Diese sollen u.a. für den Online-Riesen verbilligte Aktien bereitstellen.

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Amazons Macht strahlt über viele Bereiche: Der Riese gibt die Bedingungen für Kunden und Händler auf seinen Online-Marktplätzen vor, überwacht seine Mitarbeiter und Lieferanten und mischt mit hunderten Lobbyisten auch politisch weltweit mit. Und das Unternehmen nutzt seine Dominanz auch bei Geschäften mit anderen Unternehmen, wie das Wall Street Journal berichtet. Das Medium hat dafür mit mehreren aktiven und ehemaligen Mitarbeitern und Führungskräften der beteiligten Firmen gesprochen.

Amazon fordert Berechtigungsscheine für Unternehmensanteile

So würde Amazon bei einer geplanten Zusammenarbeit mit börsennotierten Firmen etwa sogenannte Options- bzw. Berechtigungsscheine fordern: Der Online-Riese könnte so später Aktien des Unternehmens zu einem billigeren Preis als dann üblich kaufen. Das soll unter anderem bei Verträgen mit Flugzeug-Leasingfirmen, Call Centern und Erdgas-Unternehmen vorgefallen sein. Ein Insider sagt, in den letzten zehn Jahren habe Amazon mehr als 75 solcher Geschäfte ausgehandelt. Teils gehöre Amazon zu den Top-Aktionären der betroffenen Unternehmen. Außerdem hätte Amazon bei manchen etwa auch Einfluss im Aufsichtsrat gefordert oder eine Art Vorkaufsrecht bei möglichen Übernahmen. Die Unternehmen gingen aber auf die Forderungen ein, um die Zusammenarbeit mit Amazon nicht zu gefährden.

8-Milliarden-Dollar-Geschäft für 15 Prozent am Unternehmen

Beispiel Spartan Nash Co.: Der Großhändler aus dem US-Bundesstaat Michigan sollte Amazons Lebensmittelzustelldienst Fresh für sieben Jahre mit Waren im Wert von acht Milliarden US-Dollar beliefern. Dafür solle Amazon aber bis zu 15 Prozent des Unternehmens zu verbilligten Preisen übernehmen können. Außerdem sollte Spartan Nash Amazon bei einem Kaufangebot informieren, so dass Amazon innerhalb von zehn Tagen ein Gegenangebot einreichen könne.

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, dass man sich von Geschäftspartnern derartige Berechtigungsscheine habe ausstellen lassen. Das beträfe jedoch gerade einmal ein Prozent aller Verträge mit Lieferanten und Kunden.

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Geschrieben von Markus Gärtner



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