Amazon-Manager sollen Mitarbeiter einstellen – um sie bald wieder zu feuern

Leitende Manager bei Amazon sollen rigide Personal-Vorgaben einhalten, bei denen sie vermeintlich zwangsweise Mitarbeiter schnell wieder feuern müssen.

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Amazon verlangt maximale Leistung auf allen Ebenen – von der Arbeit im Logistikzentrum bis in die höchsten Büro-Etagen. Das scheint auch zu absurd anmutenden Personal-Strategien zu führen. Denn wie Business Insider berichtet, sollen Führungskräfte bei Amazon wohl Mitarbeiter einstellen, nur um sie schnell wieder zu entlassen. 

Müssen Amazon-Manager ihre Teams systematisch verkleinern?

Das Portal beruft sich dabei auf drei anonyme Amazon-Manager. Demnach müssen Personalverantwortliche bestimmte Ziele erreichen, darunter auch die sogenannte „unregretted attrition“ (URA), auf Deutsch etwa „bedauernsloser Abgang“. Das würde bedeuten, das jeweilige Team wird obligatorisch um einen bestimmten Prozentsatz verkleinert – vermutlich, um den Leistungs- und Konkurrenzdruck zu steigern. Dabei müssen die Mitarbeiter entweder gekündigt werden – oder das Team freiwillig verlassen.

Hire to fire auf allen Amazon-Ebenen

Daher würden manche Manager dann das Prinzip „Hire to Fire“ nutzen: „Wir stellen Leute ein, von denen wir wissen, dass wir sie entlassen werden, nur um den Rest des Teams zu schützen“, erklärt einer der Amazon-Insider. Verfehle ein Teamleiter die Vorgaben in einem Jahr, müsse er sie im nächsten Jahr nachholen, heißt es. Das hieße, dass dann die Zwangs-Kündigungsquote noch weiter anstiege. Das Prinzip soll auch auf der höchsten Führungsebene – unter anderem beim baldigen Amazon-CEO Andy Jassy – angewendet werden.

Um sich mehr oder weniger korrekt trennen zu können, müssen die in der Kritik stehenden Mitarbeiter zum Teil verschiedene Trainings durchlaufen, um ihre Leistung scheinbar verbessern zu können. Dort träfen sie jedoch auf unrealistische Ziele und vage Erwartungen. Versagen die Mitarbeiter in den Coachings, könne das zur Kündigung führen – oder sie beenden unter dem Druck das Arbeitsverhältnis. 

Ein Amazon-Sprecher hat gegenüber Business Insider die Vorgehensweise bestritten. 

Amazon steht immer wieder für bestimmte Personal-Maßnahmen in der Kritik: Das Unternehmen soll Mitarbeiter auch absichtlich schlechter bewerten. Aus vielen verschiedenen Gründen haben in vergangener Zeit auch jede Menge Führungskräfte den Online-Riesen verlassen – trotzdem wird Amazon immer wieder auch als beliebter Arbeitgeber ausgezeichnet, zuletzt von dem Recruiting-Portal LinkedIn. 

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Geschrieben von Markus Gärtner



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