Die Coronakrise kostet Amazon Milliarden

In der Gewinnaussicht für das vierte Quartal spricht Amazon Kosten in Milliardenhöhe im Zusammenhang mit Covid-19. Was verbirgt sich dahinter?

 

Frederic Legrand – COMEO / Shutterstock.com

Zu Beginn der Coronakrise erklärte Amazon, kräftig in Schutzmaßnahmen zu investieren. Dadurch wurden die Gewinne des Konzerns geschmälert und auch im Ausblick auf das vierte Quartal – in das nicht nur das wichtige Weihnachtsgeschäft, sondern auch in diesem Jahr der Prime Day fällt – erwartet Amazon deutlich niedrigere Gewinne als im dritten Quartal erreicht wurden. Der Konzern spricht in seinem Geschäftsbericht von „Kosten in Höhe von etwa vier Milliarden Dollar, die mit Covid-19 zusammenhängen“.

„Anhaltender Gegenwind in der Produktivität“

Amazon-CFO Brian Olsavsky erklärte gegenüber der Presse, dass diese Kosten vor allem mit einer niedrigeren Produktivität zusammenhängen, die durch Änderungen der Arbeitsabläufe im Unternehmen bedingt ist.

„Der Großteil dieser Kosten hängt mit anhaltendem Gegenwind in der Produktivität in unseren Zentren zusammen, einschließlich Prozessänderungen, die Social Distancing ermöglichen“, so Olsavsky laut TechCrunch. Zudem habe Amazon viele neue Mitarbeiter eingestellt, um die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Damit müsse der Konzern auch verstärkt in PPE-Masken für die Mitarbeiter und verstärkte Reinigungsmaßnahmen in den Logistikzentren investieren.

Amazon stellt allein im Oktober 100.000 neue Mitarbeiter ein

Wie CNBC berichtet, habe Olsavsky auch auf weitere Investitionen verwiesen: So stehe Amazon vor der Eröffnung weiterer Logistikzentren und einem Ausbau seiner Logistikflotte. Zudem habe der Konzern allein im Oktober 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Diese Investitionen kommen zu den Kosten, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, hinzu.

Zwar habe Amazon auch Einsparungen vornehmen können – allein bei Dienstreisen und im Marketing-Bereich sparte Amazon in diesem Jahr eine Milliarde Dollar ein – aber die zusätzlichen Kosten könnten damit nicht ausgeglichen werden. „Sobald die Pandemie vorüber ist, und das ist hoffentlich bald, sollten diese Zusatzkosten nicht weiter anfallen“, so Olsavsky.

Die Unsicherheit und Belastung durch die Coronakrise sorgen im Endeffekt aber dafür, dass Amazon eine vergleichsweise breite Gewinnspanne von einer bis 4,5 Milliarden Dollar für das vierte Quartal ausgegeben hat. Wie das Weihnachtsgeschäft verlaufen wird und welche Effekte die Coronakrise mit sich bringt, scheint kaum zuverlässig absehbar.

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Geschrieben von Michael Pohlgeers



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