Gefälschte Ausweise und Schwarzarbeit: Zoll mit Großeinsatz bei Amazon

Mit einem großen Aufgebot an Einsatzkräften soll der Zoll Amazon an einem Standort in Nordrhein-Westfalen kontrolliert haben.

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Dass große Logistiker und Unternehmen regelmäßig vom Zoll kontrolliert werden, ist in der Branche durchaus üblich. Auch Amazon soll am Standort Rheindahlen bei Mönchengladbach kürzlich von einem Großaufgebot an Beamten geprüft worden sein: Insgesamt 95 Einsatzkräfte seien am 17.Mai vor Ort gewesen, um unter anderem potenzielle Schwarzarbeit aufzudecken.

Dabei sei der Zoll von Kollegen der Bundespolizei, der Polizei Mönchengladbach sowie von Mitarbeitern der Ausländerbehörde unterstützt worden. Ganz ohne Hintergrund habe die Kontrolle indes nicht stattgefunden – zuvor soll die Behörde einige anonyme Hinweise erhalten haben.

Amazon zeigte sich kooperativ 

Zwar habe der Zoll selbst nicht preisgegeben, welches Unternehmen man kontrolliert hatte und nur auf einen multinationalen Logistiker verwiesen, doch auf Nachfrage von RP Online habe Amazon die Kontrolle vor Ort bestätigt. 

„Wir haben mit der Zollbehörde zusammengearbeitet, um ihre Ermittlungen zu unterstützen“, wird Amazon von dem Portal zitiert. „Als Unternehmen, das sich um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmert, wollen wir ein maximal sicheres Arbeitsumfeld für alle gewährleisten und dulden keine Personen, die unter falschen Identitäten arbeiten.“ Ein kooperatives Verhalten des kontrollierten Unternehmens sei auch vom Zoll bestätigt worden.

Ermittlungen gegen 19 Menschen

Der Zoll habe im Rahmen der Kontrolle Ermittlungen gegen 19 Menschen aufgenommen. Es bestehe der Verdacht, dass sie mithilfe gefälschter oder überlassener EU-Ausweisdokumente vortäuschten, sich legal in Deutschland aufzuhalten oder hier auf legalem Wege arbeiten zu dürfen. Auf Basis dieser Dokumente sei es ihnen gelungen, eine  reguläre Beschäftigung zu finden. Wie es weiter heißt, geht der Zoll davon aus, dass sich kriminelle Vermittler um die Beschaffung der Dokumente gekümmert hätten.

Die 19 Personen seien an die Ausländerbehörde übergeben worden, nachdem die zuständigen Experten strafrechtliche Prozesse gegen sie „wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts, des Ausweismissbrauchs, der Urkundenfälschung, des Arbeitens ohne Arbeitsgenehmigung und weiterer Delikte“ eingeleitet hätten. Die entsprechenden Ermittlungen seien noch im Gange.

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Geschrieben von Tina Plewinski



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