Ländervergleich: Amazon ist stärker als Südafrika, Finnland und Chile

Wo Amazon verglichen mit den stärksten Volkswirtschaften der Welt liegen würde, zeigt eine Liste von Marketplace Pulse.

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Es ist oft nicht leicht, sich Jeff Bezos’ Reichtum oder die Wirtschaftsmacht Amazons vorzustellen. Das Analyse-Unternehmen Marketplace Pulse zeigt jetzt in einem Ranking, wie Amazon als Land bzw. Volkswirtschaft dastehen würde. 

Dazu stuft Marketplace Pulse (MP) das E-Commerce-Unternehmen in eine Liste der Länder und deren vom Internationalen Währungsfond geschätzten Bruttoinlandproduktes für das Jahr 2020 ein. Statt des Bruttoinlandproduktes – der Gesamtwert aller Güter, Waren und Dienstleistungen eines Landes – zieht MP für Amazon das Gross Merchandise Volume (GMV) – das Bruttowarenvolumen, also den Gesamtwert aller Verkäufe – zu Rate. 

Amazon wäre wirtschaftlich stärker als Südafrika, Finnland und Chile

Amazon wäre dann als Volkswirtschaft auf Platz 42 im Länder-Ranking, hinter Bangladesch und vor Ländern wie Südafrika, Finnland und Chile. Die ersten fünf Plätze belegen die USA, China, Japan, Deutschland und das Vereinte Königreich, auf dem letzten Platz liegt der Inselstaat Tuvalu.

MP-Gründer Joe Kaziukenas erklärt, warum Online-Marktplätze und Volkswirtschaften in gewisser Weise vergleichbar seien: „Die Anzahl der Menschen, die als Konsumenten bedient werden, die Unternehmen, die diese Konsumenten erreichen, die geschaffenen Arbeitsplätze und die Verkäufer, die sie unterstützen, lassen Marktplätze sich wie Volkswirtschaften verhalten. Auch die Lehrbuchdefinition einer Volkswirtschaft passt zu Marktplätzen“, sagt der Experte. 

Ebay und Shopify als „Länder“ mit Bruttoinlandsprodukt

Auch Amazons Konkurrenten wie Ebay und Shopify tauchen in der Tabelle der Volkswirtschaften auf: Shopify käme demnach auf Platz 59, Ebay auf Rang 63. 

Kaziukenas verweist bei dem Vergleich zugleich auch auf die Gefahren einer solchen Wirtschaftsmacht von Einzel-Unternehmen wie Amazon. „Es darf die Regeln und Gebühren festlegen und destruktives Verhalten verhindern, ohne Input von irgendjemand anderem.“ Bei Facebook wurde mit dem Oversight Board eine Instanz gegründet, die weitreichende Entscheidungen des Unternehmens kontrollieren soll – bei Online-Marktplätzen fehle eine derartige externe Aufsicht.

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Geschrieben von Markus Gärtner



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