Müll im Meer: Umweltschützer kritisieren vor allem Amazon

Einer Studie der Umweltschutzorganisation Oceana zufolge ist Amazon einer der größten Verschmutzer der Weltmeere. Amazon selbst sieht das anders.

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Der Online-Handel verursacht Verpackungsmüll, das ist kein Geheimnis. Das sorgt auch dafür, dass jedes Jahr eine Menge Abfall entsorgt werden muss und oft landet der Müll dann in den Weltmeeren. Vor allem Kunststoffmüll wie Luftpolsterfolie wird oft nicht wiederverwertet. Einer der größten Müllproduzenten ist dabei wohl Amazon. Einer neu veröffentlichten Studie zufolge schätzt die Umweltorganisation Oceana, dass allein Amazon im vergangenen Jahr für bis zu 10.000 Tonnen Plastikmüll in den Meeren verantwortlich war.

Oceana nennt Amazon einen der größten Meeresverschmutzer der Welt und das habe letztlich verheerende Auswirkungen auf die Ökosysteme. „Wale und Meeresschildkröten verwechseln Plastikfolien und Plastikbeutel mit Nahrung, was in vielen Fällen für diese Tiere tödlich endet“, erklärt Anne Schroeer von Oceana laut der Tagesschau. Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, schließt sich der Einschätzung an. Die Herleitung der Zahlen sei nachvollziehbar. Hinsichtlich der genauen Zahlen gebe es zwar immer gewisse Unsicherheiten, die Größenordnung vermittelten sie jedoch.

Amazon zweifelt Zahlen der Oceana-Studie an

Amazon selbst sieht das anders. Der Plastikverbrauch des Konzerns sei von Oceana „drastisch falsch berechnet“ worden, „und um mehr als 350 Prozent zu hoch angegeben“, so ein Amazon-Sprecher. Amazon verwende lediglich ein Viertel der im Bericht geschätzten Menge an Plastikverpackungen. Der Meeresbiologe Gutow geht basierend auf Studien dagegen davon aus, dass die Menge des gesamten Mülls in den Meeren exponentiell wachse. Man habe die Mengen nicht mehr unter Kontrolle, so Gutow.

Das Umweltbundesamt erklärt daher, dass es wichtig sei, von Einwegverpackungen auf  Mehrwegverpackungen umzustellen. Und Amazon unterstreicht, dass man sich längst für den Schutz der Umwelt einsetze, etwa mit „The Climate Pledge“, einer Selbstverpflichtung von Amazon, zehn Jahre früher als im Pariser Klimaschutzabkommen beschlossen, CO2-neutral zu werden. An dieser Stelle gibt es von Oceana auch Lob: Amazon hat etwa papierbasierte leichtere Briefumschläge eingeführt. Vor allem in Indien setze Amazon verstärkt auf Mehrwegverpackungen. Dies müsse nun aber flächendeckend geschehen, so Oceana.

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Geschrieben von Christoph Pech



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